Prüflabor

Die Montan-Stiftung-Saar wird fünf Jahre lang eine neue Professur für Metallurgie an der Universität des Saarlandes fördern

28. Februar 2012 - Die Stiftung der saarländischen Stahlindustrie unterstützt damit die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Saar-Uni, die gemeinsam mit drei außeruniversitären Forschungsinstituten auf dem Campus zu den bundesweit führenden Standorten dieses Fachgebietes zählt.
Für die neue Stiftungsprofessur an der Universität des Saarlandes werden daher rund 1,65 Millionen Euro bereitgestellt. Damit werden die Personalkosten für fünf Jahre übernommen und ein eigenes Prüflabor der Universität am Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) eingerichtet. Dieses Forschungs-Institut wird dann auch langfristig, also nach Auslaufen der Stiftungsphase, die Professur weiterfinanzieren.

Die Stiftungsprofessur verstärkt die Fachrichtung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Saar-Uni, die mit derzeit elf Professoren breit aufgestellt ist. Nur wenige Universitäten in Deutschland weisen einen solchen Schwerpunkt auf.
Auf dem Campus befinden sich außerdem das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP), das Leibniz-Institut für neue Materialien (INM) und das Steinbeis-Zentrum für Werkstofftechnik (MECS), die eng mit der universitären Forschung vernetzt sind. „Hier gibt es bereits viele Forschungsprojekte, von denen auch die Metallurgie profitieren kann. Sie passt daher ganz hervorragend in die schon vorhandenen Strukturen und zum jetzt vorgelegten Entwicklungskonzept der Materialwissenschaften der Saar-Uni“, betont Universitätspräsident Volker Linneweber.
Mit den in Saarbrücken entwickelten und international führenden Verfahren der Tomographie könne man zum Beispiel die inneren Strukturen der metallischen Werkstoffe auf der Mikro- und Nanoskala sichtbar machen. Mit der neuen Atomsonden-Tomographie sei es sogar möglich, die Eigenschaften eines Materials auf atomarer Ebene zu analysieren. „Aufwändige Simulationen können außerdem helfen, besser zu verstehen, was beim Übergang von einer flüssigen Metallschmelze in einen festen Werkstoff genau passiert.
Nur durch das damit erreichbare quantitative Verständnis der Werkstoffe kann die hiesige Industrie weltweit konkurrenzfähig bleiben“, erläutert Materialforscher Frank Mücklich.

Weitere Infos zum Thema finden Sie hier